Aktuelles Heft

Die GIESSEREI ist die bedeutendste und auflagenstärkste Gießereifachzeitschrift Europas. Hier finden Sie den Inhalt der aktuellen Ausgabe 03/2025.

BRANCHE | MELDUNGEN

  • BDG-Hauptgeschäftsführung: Schumacher geht, Theuringer kommt
  • Guss für die Rüstungsindustrie: Pistorius zu Gast bei FWH Castings
  • Druckguss-Wettbewerb 2026: Ausschreibung gestartet

BRANCHE | VERANSTALTUNGEN

  • 28. Zulieferforum der ArGeZ: Impulse zu Standort, Technologie und China, Niklas Reiprich

BRANCHE | REPORTAGE

  • Gießerei-Industrie unter Druck: Politik und Wirtschaft – Schwieriger Spagat für die Branche, Christian Thieme
  • Alternative Antriebstechnik: KIT blickt auf die Mobilität der Zukunft, Niklas Reiprich

SPECIAL DIGITALISIERUNG

  • Digitalisierung im Brownfield: Implementierung digitaler Hilfswerkzeuge zur Prozessoptimierung, Teil 3 von 4, Slava Pachandrin, Jonas Kallisch, Markus Rokicki, Norbert Hoff mann, Klaus Dilger, Christoph Wunck
  • Automatisierte Motorblock-Bearbeitung in der Türkei: Rösler ersetzt zwei Hängebahn-Strahlanlagen, Doris Schulz
  • Formstoffaufbereitung: Intelligentes Sandmanagement – ein Upgrade für die Zukunft, Maria-Luise Liepe
  • Gießprozess-Simulation: Update mit Fokus auf Niederdruckguss und Nachhaltigkeit, Magma Gießereitechnologie
  • Digitalisierte Produktionsplanung: Plattenbelegung im Fokus der Prozessoptimierung, Niklas Eickworth, Christian Erazo Recalde
  • Facetten der Transformation: „Wir müssen die Digitalisierung ganzheitlich denken“, Monika Wirth, Niklas Reiprich

FORSCHUNG

  • Kokillenschlichten: Neue Tests zur Beurteilung der realen Schichtbeständigkeit, Mirnes Berbić, Reinhold Gschwandtner, Peter Hofer-Hauser

PROZESS & PRODUKT

  • CO2-Fußabdruck einer Werkzeugmaschine: Experten entwerfen praxisorientierten Leitfaden, Cornelia Gewiehs
  • Volvo und Stellantis beziehen Stellung: Ist Megacasting die Zukunft des Autobaus? Ilkhan Özsevim
  • Druckgießmaschinen für japanischen Autokonzern: Honda setzt auf Megacasting aus der Schweiz, Niklas Reiprich

MANAGEMENT

  • Handlungsempfehlungen für produzierende Unternehmen: Resiliente Fabriken in bewegten Zeiten, Gerda Kneifel

Innovation für den Standort

© BDG
Martin Vogt, Chefredakteur der GIESSEREI © BDG

Ein wenig habe ich mich am Abend des 23. Februar wie beim Elfmeterkrimi am Ende eines umkämpften Fußballspiels gefühlt. Jede neue Hochrechnung zur Bundestagswahl ein neuer Anlauf, ein neuer Schuss, ein neuer Spielstand. Und während in der ARD Jörg Schönenborn gerade erläuterte, dass es nach der aktuellen Hochrechnung für Schwarz-Rot reicht, hatten die großen Online-Medien längst das nächste Update am Start – mit dem BSW drin statt draußen und einer Parlamentsmehrheit nur als Dreierbündnis.

Wenn bei einer Wahl erst tief in der Nacht endgültig feststeht, welche Parteien in den Bundestag einziehen, ist eines sehr klar: Es ist knapp gewesen. Tatsächlich hat sich das politische System der Bundesrepublik weit wegentwickelt von jenen Mehrheitsverhältnissen, die einmal charakteristisch waren. Große plus kleine Partei waren in einem Dreier-Bundestag, später auch plus Grüne, eine bewährte Konstellation. Das ergab dann Mitte-Links oder Mitte-Rechts Regierungen. Deutschland war politisch stabil – und so konnte sich noch jede neue Bundesregierung erstmal finden, sich sortieren.

Auch das hat sich geändert. „Unsere Schwierigkeiten liegen tiefer als in der Kombination aus Trump und Putin. Deutschland ist in einer schweren wirtschaftlichen Krise, die schon zwei Jahre vor der Pandemie begann. Die Industrie befindet sich bereits im achten Jahr der Rezession – aus strukturellen Gründen: Der Standort verfällt, weil der Staat seine Kernaufgaben nicht mehr erfüllt, weil in den guten Jahren Steuereinnahmen verprasst wurden, statt die Probleme anzugehen. Die Zeit drängt. Deutschland ist nur stark, wenn seine Wirtschaft es auch ist“, schreibt Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, in einere ersten Reaktion auf den Wahlsonntag.

In der Tat drängt die Zeit. Deutschlands energieintensiver industrieller Mittelstand, Deutschlands Gießerei-Industrie, ist zwar enorm standorttreu und resilient – aber die Bedingungen bei uns sind gerade im Vergleich zu anderen Standorten nicht (mehr) wettbewerbsfähig.

Bei vielen dieser Themen ist die Bundespolitik Adressat der Botschaften. Sie muss bessere Bedingungen schaffen. Bei anderen Themen ist die Branche selbst auch in der Verantwortung. Wie wird die Produktionsweise unter den Bedingungen des Fachkräftemangels künftig geändert werden? Ein Schlüsselbegriff dabei lautet „Digitalisierung“. Meine Kollegen Dr. Monika Wirth und Niklas Reiprich interviewten dazu Dr. Sebastian Tewes, als Leiter Technik und Innovation im Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie auch Spezialist für Themen wie KI und Digitalisierung. Weitere spannende Fachbeiträge lesen Sie in unserem Themenschwerpunkt
in diesem Heft.

Knapp nicht mehr in dieses Heft geschafft hat es der Druckgusstag. Die Branche hatte sich Ende Februar in Ingolstadt getroffen – darüber berichten wir dann ausführlich in der kommenden GIESSEREI. Was wir bereits an dieser Stelle verraten können: Der Druckgusstag bot hochwertige Fachvorträge, stand aber gleichzeitig auch unter dem Eindruck der Krise unserer Branche, die alleine beim Produktionsvolumen 14 % im Vergleich zu 2023 verloren hat.

Um mein Bild vom Anfang aufzunehmen: Bald liegt der Ball bei Deutschlands neuer Bundesregierung. Und damit der Druck, dass ihre Maßnahmen für den Standort sitzen müssen. Man könnte auch sagen: Die Bälle müssen jetzt rein.